St. Andreas Gemeinde Springe


Luther to go - Bilder des Reformators aus sechs Jahrhunderten

Luther to go - Wanderausstellung

Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten bis zur Gegenwart



500 Jahre nach der Reformation ist es an der Zeit, Martin Luther in seinem leidenschaftlichen Ringen um die christliche Wahrheit neu zu begegnen. Seine bohrenden Fragen nach dem Zustand der Welt und der Kirche, sein kritischer Umgang mit der Tradition, seine Zuversicht im Hier und Jetzt, geben dem Lutherbild sehr lebendige Konturen. Die Dynamik seiner Persönlichkeit hat die Vergangenheit mitgestaltet und kann noch heute zu gesellschaftlichem Engagement ermuntern.

Diese Ausstellung griff diese Thematik auf und war im März 2017 bei freiem Eintritt in St. Andreas zu besichtigen.

Alle haben wir vermutlich eine Vorstellung von Martin Luther. Inspiriert durch die Ausstellung in der St. Andreaskirche, sehend und betrachtend, hörend und erzählend, konnte sich ein ebenso intensiver wie spannender Austausch entwicken. Alle Interessierte waren eingeladen zum Mitmachen und auch zum Feiern. Mit vielen Veranstaltungen während der Ausstellungszeit wurden die BesucherInnen dazu ermuntert, sich mit ihrem persönlichen Lutherbild auseinanderzusetzen.

Die Ausstellung beziehungsweise das Gesamtprojekt fand statt in Kooperation mit dem Otto-Hahn-Gymnasium Springe und der landeskirchlichen Gemeinschaft Springe.

Martin Luther als Thema protestantischer Bilddarstellung hat das Bildbewusstsein evangelischer Kreise und seit dem 19. Jahrhundert das der Deutschen insgesamt wie kaum ein anderes Thema geprägt. Luther-Darstellungen finden sich bis heute im öffentlichen, kirchlichen und häuslichen Raum. Die Grundtypen fast aller Lutherbilder gehen auf die Reformationszeit zurück und verbinden sich mit der Werkstatt des älteren und jüngeren Lucas Cranach. Daher spann sich der Bogen der präsentierten Lutherbilder in der Ausstellung vom 16. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart.

Doch jede Zeit schafft sich ihr eigenes Lutherbild.

Als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten deutscher Geistes- und Kulturgeschichte war Luther dabei auch der Verherrlichung und der Instrumentalisierung ausgesetzt – je nach dem Leitbild einer gerade geltenden Denk- und Glaubensrichtung. Das Lutherbild einer Zeit ist mithin Spiegel des Geisteslebens, das sich auch in der Kunstgeschichte artikuliert.

Texte des Kulturhistorikers Andreas Kuhn erläuterten die aufschlussreichen Zusammenhänge von Geistes-, Kunst- und Theologiegeschichte, wie sie insbesondere in Lutherbildern zum Ausdruck kommen.

Der Begleitband zur Ausstellung „Lutherbilder aus sechs Jahrhunderten“ ergänzte die 40 Porträts der Ausstellung um eine weitere Auswahl von 60 Porträts aus ganz Deutschland.