St. Andreas Gemeinde Springe
"Kirchplatz mit Kunst aus Afrika" lautete nicht ganz zutreffend am 19. Juni 2018 eine Artikel-Überschrift der NDZ. Die neue Skulptur wurde zwar von Hiwame und Doufougo Konaté aus Burkina Faso gestaltet. Um afrikanische Kunst im engen Sinne handelt es sich bei der Janusköpfigen Figur allerdings nicht. Ideengeber war vielmehr Andreas Rimkus, Schmiedekünstler aus Springe, in dessen Werkstatt die Skulptur angefertigt wurde, im Auftrag gegeben vom Kirchenvorstand der St. Andreas Gemeinde.

Hartz-IV-Debatte

Caritas und Diakonie fordern andere Berechnung und höhere Sätze

Osnabrück. Nach Kritik an der Berechnung der Hartz-IV-Sätze durch die Bundesregierung haben der Deutsche Caritasverband und die evangelische Diakonie eine andere Berechnungsmethode verlangt und fordern deutlich höhere Sätze. Diakonie-Präsident Lilie: Verweigerung von Einzelansprüchen ist willkürlich und unsachgemäß.

In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) sagte Caritas-Präsident Peter Neher: "Wir fordern, die verdeckt Armen aus der Referenzgruppe heraus zu rechnen." Nur so ergebe sich ein realistisches Bild des tatsächlichen Bedarfs von Hartz-IV-Empfängern. Auch die Absenkung der Referenzgruppe auf die unteren 15 Prozent der Haushalte mit niedrigem Einkommen kritisierte Neher als "nicht nachvollziehbar".

Auch der Präsident der evangelischen Diakonie, Ulrich Lilie, kritisierte, dass der Gesetzgeber bei seiner Festlegung des Regelbedarfs für Hartz IV und Sozialhilfe bis zu 150 Euro herausgestrichen habe. Lilie sagte der "NOZ": "Die definierte Verweigerung von solchen Einzelansprüchen halten wir im Ansatz für verfehlt, weil willkürlich und unsachgemäß." Die Streichungen würden vor allem die zwei Millionen Kinder in Deutschland treffen, die in Familien leben, die Hartz IV beziehen. Lilie nannte als Beispiele: "Malstifte, ein Eis im Sommer, Zimmerpflanzen oder ein frischer Blumenstrauß, ein Weihnachtsbaum oder eine Haftpflichtversicherung - wer Sozialleistungen erhält, soll darauf verzichten müssen." Das sei nicht akzeptabel.

Der Hartz-IV-Satz ist nach Ansicht der kirchlichen Verbände zu knapp bemessen. Caritas-Präsident Neher sagte: "Unsere Berechnungen zeigen, dass der Regelbedarf um mindestens 60 Euro höher liegen müsste". Zudem müsse es einmalige Leistungen und einen flexiblen Aufschlag für besondere Ausgaben geben. Nach Berechnungen der Diakonie liegt der tatsächliche Bedarf für Alleinstehende und Alleinerziehende rund 150 Euro höher - also bei einem Regelsatz von 560,23 Euro - bei Paaren zusammengerechnet 144 Euro höher.

Die Bundesregierung hat laut einem Bericht des TV-Magazins "Monitor" in den vergangenen Jahren den Regelsatz für Hartz- IV-Empfänger systematisch nach unten gerechnet. Auf diese Weise spare sie jährlich rund zehn Milliarden Euro.

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Der Pfingstgeist strahlt heller als jedes Strohfeuer/ Pfingstbotschaft des bayerischen Landesbischofs und EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm

Hannover (ots) - "Wir aber haben nicht empfangen den Geist der Welt, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist. (1. Kor 2.12)" An diese Unterscheidung der Geister erinnert der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm in seiner diesjährigen Botschaft zum bevorstehenden Pfingstfest.

"Der Pfingstgeist ist gerade deswegen ein so besonderer Geist, weil er von Kreuz und Auferstehung weiß. Wo wir ihm unser Herz öffnen, durch das Wort, was wir hören, durch die Menschen, denen wir heute begegnen, durch die wunderbare Musik, die unsere Seele erreicht und uns berührt, da spüren wir vielleicht innerlich etwas von der Ganzheit, die der Geist uns schenkt." Das Besondere und Verbindende des Pfingstgeistes liege dabei "in der Ganzheit, die die Zerbrochenheit nicht wegdrängt und so letztlich zum Strohfeuer wird. Der Pfingstgeist strahlt heller: Er wirft ein Licht auf die Ganzheit, die durch die Zerbrochenheit hindurch die Kraft Gottes erfahrbar macht. Es ist eine Ganzheit, die uns durch alle Dunkelheiten des Lebens hindurch hin zum Licht führt."

Bedford-Strohm nimmt auch Bezug auf die aktuelle öffentliche Debatte über die Bedeutung des Kreuzes. "Für uns als Christen ist das Kreuz nicht Gegenstand des Streites unterschiedlicher politischer Überzeugungen, sondern für uns ist das Kreuz das Zeichen unseres Herrn und Heilands Jesus Christus, der gekreuzigt, gestorben und begraben und am dritten Tage auferstanden ist von den Toten." Das Kreuz sei deshalb gerade in den Identitätsdebatten unserer Tage etwas so Kostbares, "weil es für die Verwandlung der Logik der Gewalt und der Ausgrenzung in eine Logik der Liebe und der Gemeinschaft steht und genau darin Humanität ausstrahlt."

Seit Ende des vierten Jahrhunderts feiern Christen 50 Tage nach Ostern das Pfingstfest. Der Name geht auf das griechische Wort "pentekoste" (der Fünfzigste) zurück. In Erinnerung an die in der Bibel (Apostelgeschichte, Kapitel 2) geschilderte Ausgießung des Heiligen Geistes wird Pfingsten auch als Geburtstag der Kirche und Beginn der weltweiten Mission verstanden.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm predigt am Pfingstsonntag um 10 Uhr in der St. Matthäuskirche in München.

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Fürchtet Euch nicht

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Menschen zwischen Mut und Angst – mit ihrer Kampagne „Fürchtet euch nicht“ rückt die Evangelische Kirche von Hessen und Nassau Gefühle in den Mittelpunkt, die immer mehr die Gesellschaft bestimmen.
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EKD Pressestelle, Hannover, 15.5.2018

EIRENE erhält evangelischen Friedenspreis

Hannover (ots) - Der Internationale Christliche Friedensdienst EIRENE in Neuwied erhält den in diesem Jahr erstmals als "Evangelischer Friedenspreis" verliehenen Friedrich Siegmund-Schultze-Förderpreis der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK). Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt gewaltfreies Handeln und ist in diesem Jahr Teil der Aktivitäten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Mit ihrer Unterstützung des Friedenspreises macht die EKD deutlich, dass die pazifistische Tradition evangelischer Friedensethik einen bedeutenden Teil kirchlicher Identität ausmacht. Der Evangelische Friedenspreis 2018 wird am 9. Oktober durch den Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner im Berliner Bonhoeffer Haus überreicht.

Mit EIRENE wird ein seit 1957 tätiger ökumenischer, internationaler Friedens- und Entwicklungsdienst ausgezeichnet, dessen Freiwillige und Fachkräfte sich gemeinsam mit Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika, den USA und Europa weltweit für eine Kultur der Gewaltfreiheit, für soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung engagieren. EIRENE entsendet dabei jedes Jahr Freiwillige und Fachkräfte in viele Länder, seit der Gründung haben mehr als 3000 Personen einen Friedensdienst mit EIRENE geleistet.

Der Friedrich Siegmund-Schultze-Förderpreis, der seit 1994 in unregelmäßigen Abständen aus Spenden finanziert verliehen wird, zeichnet die Arbeit von Menschen und Organisationen aus, die sich für Gewaltfreiheit einsetzen und damit zum Friedenshandeln ermutigen. Er erinnert an das friedensethische Wirken des evangelischen Theologen Friedrich Siegmund-Schultze, der 1914 zu den Gründern des Weltbundes für Freundschaftsarbeit gehörte.

Am 10. Oktober wird es einen Studientag der EAK in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Berlin geben.

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HAZ 13.8.2017

Andreasfest bringt die Springer Altstadt zum Beben

Die St. Andreas-Gemeinde lädt zum Fest ein. Vom 18. bis 20. August gibt es viele Attraktionen rund um die Kirche. Und auch für Musik ist gesorgt.

Ulrike Hoffmann-Bürrig (von links), Pastor Eckhard Lukow, Karin Müller-Rothe, Pastor Klaus Fröhlich und Yvonne Lippel stellen das Programm für das Andreasfest vor. FOTO: KRAUSE
Springe

Hochwürden lädt zum Speeddating, Mutige klettern am Kirchturm nach unten und Jugendliche versuchen sich in der neuen Trendsportart Jugger. Das sind nur einige von vielen Aktionen und Attraktionen, die beim Fest der St. Andreas-Gemeinde vom 18. bis 20. August rund um den Kirchturm den Besucher beim Andreasfest angeboten werden.

Pastor Klaus Fröhlich und sein Kollege Eckhard Luckow sowie Mitglieder des Kirchenvorstandes sprechen zwar von einem kleinen Stadtfest, aber sie haben aufgerüstet. Stand den Musikgruppen nur ein Anhänger als Bühne zur Verfügung, so können sie sich in diesem Jahr auf einer großen Bühne neben der Sakristei ausbreiten. Bereits am Freitag stehen ab 20 Uhr The Unchained, eine Männerband aus Hemmingen, auf der Bühne und lassen ihre Gitarren zu fetzigen Hits der letzten Jahrzehnte kreischen.

Zuvor zeigen ab 18 Uhr die Quodlibets ihr Repertoire an geistlichen Liedern. Am Sonnabend beginnt dann um 14 Uhr das volle Programm mit vielen Mitmachaktionen, musikalischen und kulinarischen Leckerbissen. Ein Reepschläger zeigt, wie Seile angefertigt werden, für Kinder stehen eine Hüpfburg sowie ein Bobbycar-Parcour zur Verfügung.

Kirchliche Einrichtungen wie die Pfadfinder mit ihrer Jurte, der Kindergarten und auch der Nachbarschaftsladen Doppelpunkt bieten Aktionen und Gespräche, und der Hospizverein präsentiert sich mit seinem sozialen Umfeld und der beliebten Kaffeestube. Viele kleine Stationen laden zum Mitmachen ein und wer den nötigen Mut besitzt, darf sich unterhalb der Glocken aus dem Kirchturm kletternd abseilen.

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Der Gast hat an der Grillstation die Wahl zwischen deftig oder kulinarisch. Bier, Cocktails und Alkoholfreies runden das Getränkeangebot an allen Tagen ab.

Das Quartett „Jazz-Ami“ um Lauren Welliehausen, Sue Shean und Uli Schmöe und Lars Karrasch geben ab 18 Uhr mit ihrer Mischung aus amerikanischen Musicals, Jazz der 20er- bis 40er-Jahre sowie Chansons ein musikalisches Stelldichein. Abgelöst werden sie von der Springer Kultband Schwarz-Weiß, die ab 20 Uhr das musikalische Kommando auf der Bühne übernimmt.

Die Gitarristen, Schlagzeuger und Sängerinnen um den Bandleader Jürgen Krause werden sich mächtig ins Zeug legen und möchten rocken, bis die Altstadt bebt. Nicht ganz so laut wird es voraussichtlich am Sonntag. Ab 11 Uhr läuten dann die Glocken zum Familiengottesdienst, der bei gutem Wetter im Freien zwischen Kirche und Gemeindehaus stattfinden und den Abschluss des Andreasfests darstellen soll.

Von Reinhold Krause

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HAZ - 7.2.2018

Springe. Sollte es eine kirchliche Komfortzone geben, dann will St.  Andreas sie freiwillig verlassen. Die Gemeinde hat ein landesweit einmaliges Modellprojekt konzipiert: Sie will bewusst auf Menschen zugehen, die nichts mit Kirche anfangen können. „Wir sind bereit, das zu hören, was uns wehtut“, sagt Pastor Klaus Fröhlich. Für das Experiment wurde die neue Diakonin Janette Zimmermann eingestellt. Die Kirchengemeinde hat ihr drei vielsagende Sätze in ihren Vorstellungstext geschrieben: „Luther reformierte die Kirche vor 501 Jahren. Jetzt sind wir dran. Es wird mal wieder Zeit.“

Große Worte. Überall gibt es christliche Gemeinden, die bedauernd beobachten, wie ihre Mitgliederzahlen einbrechen. Das Problem ist nicht neu – genauso wenig wie die Vorschläge, wie man den Trend stoppen könnte. Bahnbrechende Erfolge? Bislang Fehlanzeige. „Der übliche Ansatz ist: Das, was wir jetzt machen, müssen wir aufhübschen. Dann kommen die Leute wieder“, erzählt Fröhlich. „Wir haben uns dagegen vorgenommen, alles auszuhalten, was herauskommt.“ Erstaunlich ist das, weil St. Andreas ein durchaus funktionierendes Gemeindeleben hat – von dem Leidensdruck, den es in vielen anderen Ecken Niedersachsens gibt, ist hier bislang nur wenig zu spüren.

Die Landeskirche glaubt genau deshalb daran, dass sie in Springe neue Erkenntnisse gewinnen kann: Der Projektantrag wurde in Hannover für so gut befunden, dass es neben dem kirchlichen auch monetären Segen gibt: Aus Hannover kommen 75 Prozent der Personalkosten, entnommen aus dem Fonds „Missionarische Hilfen“. Auch der Kirchenkreis beteiligt sich mit einer namhaften Summe. Den Rest muss St.  Andreas beisteuern. Fröhlich weiß: Vergleichbare Projekte spielen in größeren Städten oder in Dörfern. „Im kleinstädtischen Milieu sind wir einmalig. Deshalb der Modellcharakter.“

„Es gibt kein Zielfoto“

Was genau Zimmermann in den kommenden fünf Jahren vorhat? Die 33-jährige Religionspädagogin sagt lachend: „Es gibt kein Zielfoto.“ Das sei der Clou, hakt Fröhlich ein: „Wir kommen nicht mit vorgefertigten Ideen.“ Für ihren Start ist Zimmermann wichtig, „Menschen eine religiöse Kontaktfläche zu geben, die sie gestalten und mit Leben füllen können“. Sie sei überzeugt: „Der Glaube an Gott ist so wertvoll, dass es viel zu schade ist, wenn er nur im Kirchengebäude bleibt. Da geht noch mehr." Die Mutter von zwei Kindern möchte genau hinhören, sie will von Haus zu Haus ziehen und fragen, was ihr Gegenüber von der Kirche erwartet. Sie möchte Antworten erhalten, warum sich vor allem Singles rar machen in den Gemeinden, warum Eltern zwar mit ihren Kindern an Veranstaltungen teilnehmen, aber sich schwertun, wenn der Nachwuchs nicht im Schlepptau ist. Vor allem die 25- bis 45-Jährigen interessieren sie. Aber auch Ältere sollen sich äußern. Nach ihren ersten Besuchen ist sie überzeugt: „Der Gesprächsbedarf ist unerwartet groß.“ Sie treffe teils Menschen, die religiöser sind, als sie selbst glauben. Interessiert seien viele, nur Anknüpfungspunkte an ihre Ortsgemeinde haben sie bisher nicht gefunden.

Von Marita Scheffler